Sabine Ponath

„Ich ließ mir meine Bildung nie durch die Schule beeinträchtigen.“ Mark Twain

Flugzeug ohne Landebahn… 23. Juli 2008

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Nur noch wenige Monate, dann sollen die ersten Atomkraftwerke in Deutschland nach dem Atomkonsens abgeschaltet werden, nämlich Biblis A und B, Brunsbüttel, und Neckarwestheim 1. Für mich: Ein Grund zur Freude!

Doch, wie unschwer zu überhören ist, wird die Debatte um einen Ausstieg aus dem Ausstieg immer lauter, je näher dieser Termin rückt. Oft genannte Argumente sind die Folgenden:

  1. Die heutigen Atomkraftwerke sind sicher.
  2. Andere Länder bauen massiv aus, während Deutschland als Verlierer da steht.
  3. Ohne Atomkraft ist die Stromversorgung für Deutschland nicht gewährleistet.
  4. Atomkraft macht Strom billiger.
  5. Atomkraft ist klimaneutral…

Deshalb möchte ich nun in Kürze darauf eingehen, wie meine Sicht der Dinge dazu ist.

  1. Die Gefahren der Atomkraft sind nach wie vor enorm: Die Atomkraftwerke, um die es in der Diskussion primär geht, sind über 30 Jahre alt, der Stand der Technik ist aus den 1960er Jahren. Je älter Die Anlagen werden, desto mehr häufen sich Störfälle. Hinzu kommt die heutige Bedrohung durch den internationalen Terrorismus. Unsere Atomkraftwerke sind gegen einen gezielten Flugzeugabsturz nicht, oder nicht ausreichend geschützt. Ein viel grundsätzlicheres Problem ist das der Endmülllagerung. Jedes Jahr fallen in deutschen Atomreaktoren etwa 450 Tonnen radioaktiver Müll an. Für eine sichere Entsorgung über Millionen Jahre kann niemand garantieren. Welche gravierenden Probleme schon nach drei Jahrzehnten auftauchen, zeigen die vor kurzem bekannt gewordenen katastrophalen Zustände im Endlager Asse bei Salzgitter. In das Bergwerk tritt Wasser ein und droht die schwach- und mittelradioaktiven Rückstände ins Grundwasser und schließlich in die Umwelt zu schwemmen.
  2. Es gibt keine weltweite Renaissance der Atomkraft: Laut der Internationalen Atomenergie Agentur (IAEA) waren 1990 weltweit 83 Atomkraftwerke im Bau, 1998 waren es 36, heute sind es noch 34. Laufend werden mehr Atomkraftwerke stillgelegt als neu in Betrieb genommen. In Europa gibt es eine ganze Reihe von Ländern, die ohne Atomenergie auskommen, wie Italien, Portugal, Dänemark, Norwegen, Polen, Österreich und Irland.
  3. Genug Strom für Deutschland – Auch ohne Atomkraft: Für den Fall, dass Deutschland aus der Atomkraft wie beschlossen aussteigt und auf neue Kohlekraftwerke verzichtet, malt die Atomlobby eine „Stromlücke“ an die Wand. Doch eine Studie des Umweltbundesamts (UBA) zeigt: Wenn wir den Stromverbrauch bis 2020 um 11 Prozent senken, Erneuerbare Energien auf knapp 30 Prozent der Stromerzeugung ausbauen und 25 Prozent des Stroms in modernen Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung produzieren, ist die Versorgung gesichert. All dies ist zu erreichen, wenn der politische Wille vorhanden ist. Mit Atomkraft ist die Abhängigkeit von Öl nicht zu bekämpfen – denn dieses wird nicht zur Stromerzeugung verwendet. Und die Abhängigkeit von Gasimporten lässt sich weit sinnvoller mit konsequenten Schritten zur energetischen Sanierung von Gebäuden verringern. Schließlich gehen etwa 85 Prozent unseres Gaskonsums in Wärme und Warmwasserbereitung.
  4. Atomkraft macht Strom nicht billiger: Mit abgeschriebenen und hoch subventionierten Atomkraftwerken lässt sich in der Tat Strom billig erzeugen – für unter 2 Cent pro Kilowattstunde. Doch dieser Strom kommt nicht günstig beim Kunden an, sondern wird zu dem Preis verkauft, wie er sich an der Leipziger Strombörse bildet. Den Preis von derzeit etwa 7 bis 8 Cent bestimmen die Kraftwerke mit den höchsten Produktionskosten. Die Differenz zwischen billig erzeugtem Atomstrom und dem Marktpreis füllt nur weiter die Konzernkassen. Jedes Jahr, in dem die 17 deutschen Atomreaktoren weiterlaufen, bringt den Unternehmen einen zusätzlichen Gewinn von rund 10 Milliarden Euro. Um die Zustimmung der Politik zur Laufzeitverlängerung zu erkaufen, wollen sie einem Teil davon für klimafreundliche Technologien einsetzen. Doch für eine größere Dynamik beim Ausbau Erneuerbarer Energien braucht es nicht in erster Linie mehr Geld, sondern weniger Blockaden durch die Konzerne. Die Erzeugung von Atomstrom ist nur günstig, da wir Steuerzahler ihn subventionieren. Wir und nicht die Konzerne müssen im Falle eines Super-GAUs für Schäden aufkommen. Auf fünf Billionen Euro beziffert das Bundeswirtschaftsministerium die Kosten eines Unfalls – für den Löwenanteil davon müsste der Staat und damit wir alle aufkommen. Zudem flossen seit Betrieb der Atomkraft in Deutschland etwa 100 Milliarden Euro öffentlicher Geldmittel als Subventionen in die Atomkraft. Einige Beispiele: 20 Milliarden Euro Subventionen gingen in Forschungsreaktoren, 9 Milliarden in gescheiterte Projekte wie die Wiederarbeitungsanlage Wackersdorf und den Schnellen Brüter Kalkar. 23 Milliarden Euro Steuermittel entgingen der öffentlichen Hand, da die Energiekonzerne Gewinne steuerfrei als Rückstellungen für die „Entsorgung“ von alten Reaktoren verbuchen durften.
  5. Atomkraft ist alles andere als klimaneutral: Die Gewinnung von Uran ist äußerst energieaufwändig. Nach Berechnungen des Öko-Instituts entstehen 126 g CO2 pro Kilowattstunde Strom. Zum Vergleich: Ein modernes Gaskraftwerk mit Wärme-Auskopplung kommt auf 119 g CO2 pro Kilowattstunde, eine Windkraftanlagen auf 22 Gramm, die vor allem bei der Herstellung entstehen. Auch als „Brückentechnologie“, bis Energie in ausreichendem Maße aus Erneuerbaren Quellen erzeugt wird, scheidet Atomenergie aus. Länger laufende Kraftwerke zementieren nur die Monopolmacht der Energiekonzerne, mit der sie Produzenten Erneuerbarer Energien behindern – etwa mit hohen Hürden beim Netzzugang. Die ineffiziente und zentralistische Energieerzeugung der Konzerne ist das größte Hindernis, das einer dezentralen und flexiblen Energieerzeugung mit Erneuerbaren Energien entgegensteht. Nach einem Beschluss über eine Laufzeitverlängerung würden die Konzerne mit aller Macht versuchen, die Ausbaudynamik der Erneuerbaren Energien zu stoppen, um Stromüberkapazitäten zu verhindern. Die Energiewende wäre beendet, bevor sie richtig begonnen hat.

Von diesen Tatsachen abgesehen, stehen noch immer Risiken im Raum, die bislang noch nicht ausreichend erforscht wurden, wie beispielsweise den Zusammenhang der hohen Zahl von Kindern mit Leukämie im Umkreis von 5 km eines Atomkraftwerkes: Die Forscher unter der Leitung der Mainzer Epidemiologin Maria Blettner stellten fest, dass zwischen 1980 und 2003 im Umkreis von fünf Kilometern um die Reaktoren 77 Kinder an Krebs, davon 37 an Leukämie, erkrankt waren. Im statistischen Durchschnitt seien 48 Krebs- beziehungsweise 17 Leukämiefälle zu erwarten gewesen. Etwa 20 Neuerkrankungen seien also allein auf das Wohnen in diesem Umkreis zurückzuführen.

Dennoch scheint ein direkter Zusammenhang zwischen Strahlung und Krankheit nicht gegeben zu sein:

Die statistische Untersuchung und bekannte Zusammenhänge zwischen Krebsrisiko und Strahlung stünden nicht im Einklang miteinander. Deswegen solle die Strahlenschutzkommission die Untersuchung samt ihrer Methoden und Ergebnisse genau bewerten.

Von einer genaueren Bewertung der Studie wurde seitdem nichts mehr gehört oder gesehen.

Mein Fazit: Alles spricht gegen Atomkraft.

„Es beginnt eine ulkige und gleichzeitig schreckliche Realsatire. Ihr Motiv lautet: Die Klimakatastrophe und die Ölkrise lassen die Gefahren der Atomkraft verschwinden. … Die Akteure, die für Sicherheit und Rationalität bürgen müssen (Staat, Wissenschaft, Industrie) sind jetzt in einer zwiespältigen Rolle. Sie sind keine Aufseher mehr, sondern Verdächtige; keine Risikoverwalter mehr, sondern für dasselbe verantwortlich.

Sie fordern die Bevölkerung dazu auf, ein Flugzeug zu besteigen, für das es noch keine Landebahn gibt. …

Was wäre, wenn Radioaktivität jucken würde? … Gewiss kämen schnell Erklärungen auf, wonach der Juckreiz … möglicherweise eher mit anderen Phänomenen als mit Radioaktivität zusammenhänge, aber nicht schädlich sei. Es ist anzunehmen, dass derlei Erklärungen keine guten Überlebenschancen hätten, wenn die Menschen … permanent an ihrer gereizten Haut herumkratzen müssten. Damit stünden Politik und Gesellschaft in einer völlig neuen Beziehung zu den großen modernen Risiken: Es wäre kulturell erfahrbar, worüber gestritten und verhandelt wird.“ (Ulrich Beck)

Eine kleine Auswahl an weiterführenden Links:

http://www.gruene-bundestag.de/cms/atomkraft/rubrik/12/12186.atomkraft.html

http://www.campact.de/atom2/home

http://www.rebecca-harms.de/download/pixi_24-06-08_ok.pdf

http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/

http://www.zeit.de/2008/29/01-Atomleiter-Contra

http://www.cicero.de/97.php?item=1766&ress_id=6

http://www.gruene-jugend.de/

http://www.bpb.de/suche/,,.html?all_search_action=search&all_search_text=atomenergie&x=0&y=0

 

„Wir leben auch sehr umweltbewusst“… 18. Juli 2008

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Die Traunsteiner Zeitschrift „Umwelt und Aktiv“ klingt harmloser, als sie es ist. Hinter dem ökologischen Titel stecken rechte Ideologien des „Heimatschutzes“. Auf der Internetpräsenz des „Magazins für gesamtheitliches Denken“ stehen die Themen Naturschutz, Tierschutz und Heimatschutz im Vordergrund. Liest man eine Beschreibung der Themen durch, fällt auf: Die Texte sind fast eins zu eins dieselben, wie auf der Webseite der NPD.

Der Trägerverein der Publikation lautet: „Midgard e. V.“ Der Vereinsvorsitzende und Herausgeber, Christoph Hofer ist niederbayrischer NPD-Bezirksvorsitzender und -Kreisvorsitzender in Rottal-Inn. Spätestens nun sollte klar sein, dass es hier primär darum gehen soll, rechtsextreme Anschauungen unter dem Deckmantel romantischer Naturverehrungen zu verkaufen und unter die Leute zu bringen.

Dabei stößt sich der Umweltschutzgedanke der NPD an einem entscheidenden Haken: Es geht nicht um den Naturschutz an sich, sondern ökologische Anliegen stehen stets in Verbindung mit „der Aufrechterhaltung der Volksgesundheit“. Eine Schädigung der Natur wird als „Bedrohung der Substanz des eigenen Volkes“ angesehen. Ein „über den Tellerrand hinaus schauen“ kann hier also nicht erwartet werden, es geht primär um das sogenannte „eigene Volk“.

Die Forderungen bleiben inhaltlich zusammenhanglos und schwammig: Wird auf der einen Seite gefordert den gesamten Verkehr auf „die Schiene und auf das Wasser“ zu verlegen, wird im nächsten Atemzug eine Senkung der Benzinpreise gewünscht.

Als würde das nicht schon reichen, ist das Ökologie-“Konzept“ der Rechten durchzogen von rassistischen und ausländerfeindlichen Parolen, nach dem Motto: „Ausländer schaden der deutschen Umwelt.“ Haaresträubend…

Besonders für Menschen, die sich bislang nicht intensiv mit Rechtsextremismus beschäftigt haben, ist es gar nicht so leicht zu erkennen, dass die Zeitschrift „Umwelt & Aktiv“ aus der rechten Szene stammt. Es hilft, darauf zu achten, welches Vokabular verwendet wird, wie zum Beispiel anstatt „Homepage“: „Weltnetzseite“. Außerdem werden zwischen Themen, wie „Nein zu Agro-Gentechnik“ auch thematisch rechte Überschriften gestreut, wie etwa „Schutz der Muttersprache“ oder „Freiheit durch Autarkie“. Hier heißt es aufgepasst!

Die taz befragte dazu Claudia Laimer, Autorin der Zeitschrift, die meinte: „Wir leben auch sehr umweltbewusst“ und versicherte: „parteipolitische Interessen gibt es nicht“. Soso… Die oben genannten Fakten sehen da aber ein bisschen anders aus…

Einen Bericht dazu, inkl. Interview mit mir, gibts auf dem on3-7 Tage-Podcast vom 18.07.2008 zum Download (ist im letzten Drittel des Podcasts zu hören).

 

Geschlechterbewusste Erziehung… Was ist das? 16. Juli 2008

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„Heißt geschlechterbewusst, dass aus Jungs Mädchen gemacht werden und aus Mädchen Jungs?“ „Bedeutet das, dass Buben jetzt dazu gezwungen werden müssen, mit Puppen zu spielen?“ „Dürfen Jungs jetzt nicht mehr Fussball spielen?“

Solche Bedenken tauchen immer wieder auf, wenn es um das Thema Genderpolitik in den Bildungssystemen geht.

Kürzlich hab ich eine ganz gute Veröffentlichung zum Thema gelesen. Außerdem gibts einen umfangreichen Artikel im Gender@Wiki dazu.

Der Deutsche Bildungsserver bietet zudem einen Haufen Einträge bezüglich geschlechtsbewusster Erziehung an. Um sich noch weiter einzulesen, gibts bei der Bundeszentrale für politische Bildung sowohl Literatur-, als auch Linklisten zum allgemeinen Thema „Gender Mainstreaming“.

Vielleicht hilft das ein bisschen, das diffuse „geschlechterbewusst“ zu klären…

 

Alphamädchen in Traunstein! 12. Juli 2008

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Bei der heutigen Lesung und Diskussionsveranstaltung „Warum Feminismus das Leben schöner macht!“ wurde vor allem eines deutlich: Von einer Gesellschaft der Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann sind wir noch weit entfernt.

„Frau & Kind & Job? Nahezu unmöglich“, so Barbara Streidl, eine der drei Autorinnen des Buches „Wir Alphamädchen“. Das Problem wurzelt wohl vor allem im Eltern- und Erziehungsbild unserer Gesellschaft. Berufstätige Mütter sind so immer noch für die meisten Menschen ein absolutes moralisches „No-Go“… Dabei ist interessant, dass die Worldvision Kinderstudie 2007 genau das Gegenteil der weit gestreuten Erwartungen herausbrachte:

„Eine geregelte Erwerbsbeteiligung der Eltern stabilisiert die häuslichen Verhältnisse und hilft, die gemeinsam verbrachte Zeit intensiver miteinander zu nutzen.“

Aber selbst wenn Mütter, die gerne arbeiten würden, nicht mehr als Rabenmütter gesehen werden würden, werden ihnen in Bezug auf eine Karriere schon von Seiten der ArbeitgeberInnen massiv Steine in den Weg gelegt.

Mal von Kind und Kegel abgesehen sind Frauen nach wie vor kaum an Spitzenpositionen der Berufswelt beteiligt. Auch die Gehälter liegen etwa 25% unter den durchschnittlich bezahlten „Männergehältern“. Frau und Macht scheint in Deutschland traurigerweise ein Gegensatz zu sein – Ausnahmen bestätigen die Regel.

Was also tun?

In der Diskussion wurde festgestellt: Es fängt im Privaten, bei einem selbst an. Jammern bringt niemanden weiter, man muss den Hintern hoch bekommen und etwas tun. Trotzdem muss eine staatliche Grundlage in der ErzieherInnen- und LehrerInnenausbildung gelegt werden, denn bei den Kleinsten fängt alles an. Schon in Krippen, Kindergärten und Schulen muss Gleichberechtigung gelebt werden. Das bedeutet unter anderem auch, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer in diesen grundlegenden Berufen arbeiten müssen.

Aber auch und vor allem Personen des öffentlichen Lebens und nicht zuletzt PolitikerInnen sind gefordert, für Gendergerechtigkeit einzustehen. So endete die Veranstaltung sehr optimistisch – es kann nur besser werden, wenn alle sich dafür ins Zeug legen. Und bei den engagierten und dynamischen TeilnehmerInnen schien dies ohne Frage so zu sein…

(von links: Bezirkstagskandidatin Anna Stephl, Barbara Streidl, Sabine Ponath)

 

50 Jahre Gleichberechtigung per Gesetz! 1. Juli 2008

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Am 1. Juli 1958 trat ein Gesetz in Kraft, das die Geschlechterrollen der damaligen Zeit revolutionierte. Nach dem alten Gesetz hatte der Mann das Recht gehabt, über das in die Ehe eingebrachte Vermögen der Frau zu entscheiden. Auch konnte die Frau nur dann eine Berufstätigkeit ausüben, wenn der Ehemann zustimmte. In allen Angelegenheiten besaß er ein „Letztentscheidungsrecht“. Dazu zwei Artikel in der taz:

http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/ich-tarzan-du-jane/

http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/als-der-mann-noch-gottgleich-war/

Fraglich bleibt aber auch heute, nch 50 Jahren, wie viel Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft tatsächlich herrscht. Dass Frauen durchschnittlich rund 25% weniger Lohn bekommen, als Männer für dieselben Leistungen, hat beispielsweise nichts mit Gleichberechtigung zu tun. Junge Frauen profitieren von dem, was ihre Mütter und Großmütter für sie erkämpft haben: das Recht überhaupt zu wählen und gewählt zu werden, gleiche Bildungschancen oder eine bessere rechtliche Situation in Beruf und Partnerschaft. Heute verfolgen junge Frauen selbstbewusst ihre Ziele und stoßen trotzdem dabei wie eh und je an gesellschaftliche Barrieren: etwa wenn es um Führungspositionen oder die Vereinbarkeit von Familie
und Beruf geht.

Zu diesem Thema wurde die 36-jährige Barbara Streidl nach Traunstein eingeladen. Streidl ist Autorin von „Wir Alphamädchen. Warum Feminismus das Leben schöner macht“ und schreibt: „Wir hören häufig, der Feminismus versage auch und vor allem deshalb, weil er die Probleme junger Frauen von heute nicht lösen könne. Auf die Idee, dass der Feminismus einfach nur mal auf den neuesten Stand gebracht werden muss, ist bislang offenbar niemand gekommen.“

Was erwarten Mädchen und junge Frauen von grüner Frauenpolitik? Kämpfen sie weiter für die Forderungen, die schon ihre Mütter gestellt haben oder wollen junge Frauen heute etwas anderes, wenn sie sagen: Ich bin Feministin?

Zusammen mit dem Kreisverband Traunstein und dem Frauenreferat der bayerischen Grünen lade ich Sie und euch ganz herzlich ein zur Lesung aus „Wir Alphamädchen“ und anschließender Diskussion.

Ort: Café Bistro Intreff (Lebenshilfe-Café), Leonrodstr. 4a (500m vom Bahnhof entfernt), Traunstein

Zeit: 12. Juli 2008, 11 – 13 Uhr

Eintritt frei