Bei der heutigen Lesung und Diskussionsveranstaltung „Warum Feminismus das Leben schöner macht!“ wurde vor allem eines deutlich: Von einer Gesellschaft der Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann sind wir noch weit entfernt.
„Frau & Kind & Job? Nahezu unmöglich“, so Barbara Streidl, eine der drei Autorinnen des Buches „Wir Alphamädchen“. Das Problem wurzelt wohl vor allem im Eltern- und Erziehungsbild unserer Gesellschaft. Berufstätige Mütter sind so immer noch für die meisten Menschen ein absolutes moralisches „No-Go“… Dabei ist interessant, dass die Worldvision Kinderstudie 2007 genau das Gegenteil der weit gestreuten Erwartungen herausbrachte:
„Eine geregelte Erwerbsbeteiligung der Eltern stabilisiert die häuslichen Verhältnisse und hilft, die gemeinsam verbrachte Zeit intensiver miteinander zu nutzen.“
Aber selbst wenn Mütter, die gerne arbeiten würden, nicht mehr als Rabenmütter gesehen werden würden, werden ihnen in Bezug auf eine Karriere schon von Seiten der ArbeitgeberInnen massiv Steine in den Weg gelegt.
Mal von Kind und Kegel abgesehen sind Frauen nach wie vor kaum an Spitzenpositionen der Berufswelt beteiligt. Auch die Gehälter liegen etwa 25% unter den durchschnittlich bezahlten „Männergehältern“. Frau und Macht scheint in Deutschland traurigerweise ein Gegensatz zu sein – Ausnahmen bestätigen die Regel.
Was also tun?
In der Diskussion wurde festgestellt: Es fängt im Privaten, bei einem selbst an. Jammern bringt niemanden weiter, man muss den Hintern hoch bekommen und etwas tun. Trotzdem muss eine staatliche Grundlage in der ErzieherInnen- und LehrerInnenausbildung gelegt werden, denn bei den Kleinsten fängt alles an. Schon in Krippen, Kindergärten und Schulen muss Gleichberechtigung gelebt werden. Das bedeutet unter anderem auch, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer in diesen grundlegenden Berufen arbeiten müssen.
Aber auch und vor allem Personen des öffentlichen Lebens und nicht zuletzt PolitikerInnen sind gefordert, für Gendergerechtigkeit einzustehen. So endete die Veranstaltung sehr optimistisch – es kann nur besser werden, wenn alle sich dafür ins Zeug legen. Und bei den engagierten und dynamischen TeilnehmerInnen schien dies ohne Frage so zu sein…
(von links: Bezirkstagskandidatin Anna Stephl, Barbara Streidl, Sabine Ponath)




