Die Traunsteiner Zeitschrift „Umwelt und Aktiv“ klingt harmloser, als sie es ist. Hinter dem ökologischen Titel stecken rechte Ideologien des „Heimatschutzes“. Auf der Internetpräsenz des „Magazins für gesamtheitliches Denken“ stehen die Themen Naturschutz, Tierschutz und Heimatschutz im Vordergrund. Liest man eine Beschreibung der Themen durch, fällt auf: Die Texte sind fast eins zu eins dieselben, wie auf der Webseite der NPD.
Der Trägerverein der Publikation lautet: „Midgard e. V.“ Der Vereinsvorsitzende und Herausgeber, Christoph Hofer ist niederbayrischer NPD-Bezirksvorsitzender und -Kreisvorsitzender in Rottal-Inn. Spätestens nun sollte klar sein, dass es hier primär darum gehen soll, rechtsextreme Anschauungen unter dem Deckmantel romantischer Naturverehrungen zu verkaufen und unter die Leute zu bringen.
Dabei stößt sich der Umweltschutzgedanke der NPD an einem entscheidenden Haken: Es geht nicht um den Naturschutz an sich, sondern ökologische Anliegen stehen stets in Verbindung mit „der Aufrechterhaltung der Volksgesundheit“. Eine Schädigung der Natur wird als „Bedrohung der Substanz des eigenen Volkes“ angesehen. Ein „über den Tellerrand hinaus schauen“ kann hier also nicht erwartet werden, es geht primär um das sogenannte „eigene Volk“.
Die Forderungen bleiben inhaltlich zusammenhanglos und schwammig: Wird auf der einen Seite gefordert den gesamten Verkehr auf „die Schiene und auf das Wasser“ zu verlegen, wird im nächsten Atemzug eine Senkung der Benzinpreise gewünscht.
Als würde das nicht schon reichen, ist das Ökologie-“Konzept“ der Rechten durchzogen von rassistischen und ausländerfeindlichen Parolen, nach dem Motto: „Ausländer schaden der deutschen Umwelt.“ Haaresträubend…
Besonders für Menschen, die sich bislang nicht intensiv mit Rechtsextremismus beschäftigt haben, ist es gar nicht so leicht zu erkennen, dass die Zeitschrift „Umwelt & Aktiv“ aus der rechten Szene stammt. Es hilft, darauf zu achten, welches Vokabular verwendet wird, wie zum Beispiel anstatt „Homepage“: „Weltnetzseite“. Außerdem werden zwischen Themen, wie „Nein zu Agro-Gentechnik“ auch thematisch rechte Überschriften gestreut, wie etwa „Schutz der Muttersprache“ oder „Freiheit durch Autarkie“. Hier heißt es aufgepasst!
Die taz befragte dazu Claudia Laimer, Autorin der Zeitschrift, die meinte: „Wir leben auch sehr umweltbewusst“ und versicherte: „parteipolitische Interessen gibt es nicht“. Soso… Die oben genannten Fakten sehen da aber ein bisschen anders aus…
Einen Bericht dazu, inkl. Interview mit mir, gibts auf dem on3-7 Tage-Podcast vom 18.07.2008 zum Download (ist im letzten Drittel des Podcasts zu hören).
