Sabine Ponath

„Ich ließ mir meine Bildung nie durch die Schule beeinträchtigen.“ Mark Twain

Geschlechterbewusste Erziehung… Was ist das? 16. Juli 2008

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„Heißt geschlechterbewusst, dass aus Jungs Mädchen gemacht werden und aus Mädchen Jungs?“ „Bedeutet das, dass Buben jetzt dazu gezwungen werden müssen, mit Puppen zu spielen?“ „Dürfen Jungs jetzt nicht mehr Fussball spielen?“

Solche Bedenken tauchen immer wieder auf, wenn es um das Thema Genderpolitik in den Bildungssystemen geht.

Kürzlich hab ich eine ganz gute Veröffentlichung zum Thema gelesen. Außerdem gibts einen umfangreichen Artikel im Gender@Wiki dazu.

Der Deutsche Bildungsserver bietet zudem einen Haufen Einträge bezüglich geschlechtsbewusster Erziehung an. Um sich noch weiter einzulesen, gibts bei der Bundeszentrale für politische Bildung sowohl Literatur-, als auch Linklisten zum allgemeinen Thema „Gender Mainstreaming“.

Vielleicht hilft das ein bisschen, das diffuse „geschlechterbewusst“ zu klären…

 

Alphamädchen in Traunstein! 12. Juli 2008

Gespeichert unter: Einträge — sabineponath @ 6:16
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Bei der heutigen Lesung und Diskussionsveranstaltung „Warum Feminismus das Leben schöner macht!“ wurde vor allem eines deutlich: Von einer Gesellschaft der Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann sind wir noch weit entfernt.

„Frau & Kind & Job? Nahezu unmöglich“, so Barbara Streidl, eine der drei Autorinnen des Buches „Wir Alphamädchen“. Das Problem wurzelt wohl vor allem im Eltern- und Erziehungsbild unserer Gesellschaft. Berufstätige Mütter sind so immer noch für die meisten Menschen ein absolutes moralisches „No-Go“… Dabei ist interessant, dass die Worldvision Kinderstudie 2007 genau das Gegenteil der weit gestreuten Erwartungen herausbrachte:

„Eine geregelte Erwerbsbeteiligung der Eltern stabilisiert die häuslichen Verhältnisse und hilft, die gemeinsam verbrachte Zeit intensiver miteinander zu nutzen.“

Aber selbst wenn Mütter, die gerne arbeiten würden, nicht mehr als Rabenmütter gesehen werden würden, werden ihnen in Bezug auf eine Karriere schon von Seiten der ArbeitgeberInnen massiv Steine in den Weg gelegt.

Mal von Kind und Kegel abgesehen sind Frauen nach wie vor kaum an Spitzenpositionen der Berufswelt beteiligt. Auch die Gehälter liegen etwa 25% unter den durchschnittlich bezahlten „Männergehältern“. Frau und Macht scheint in Deutschland traurigerweise ein Gegensatz zu sein – Ausnahmen bestätigen die Regel.

Was also tun?

In der Diskussion wurde festgestellt: Es fängt im Privaten, bei einem selbst an. Jammern bringt niemanden weiter, man muss den Hintern hoch bekommen und etwas tun. Trotzdem muss eine staatliche Grundlage in der ErzieherInnen- und LehrerInnenausbildung gelegt werden, denn bei den Kleinsten fängt alles an. Schon in Krippen, Kindergärten und Schulen muss Gleichberechtigung gelebt werden. Das bedeutet unter anderem auch, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer in diesen grundlegenden Berufen arbeiten müssen.

Aber auch und vor allem Personen des öffentlichen Lebens und nicht zuletzt PolitikerInnen sind gefordert, für Gendergerechtigkeit einzustehen. So endete die Veranstaltung sehr optimistisch – es kann nur besser werden, wenn alle sich dafür ins Zeug legen. Und bei den engagierten und dynamischen TeilnehmerInnen schien dies ohne Frage so zu sein…

(von links: Bezirkstagskandidatin Anna Stephl, Barbara Streidl, Sabine Ponath)

 

50 Jahre Gleichberechtigung per Gesetz! 1. Juli 2008

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Am 1. Juli 1958 trat ein Gesetz in Kraft, das die Geschlechterrollen der damaligen Zeit revolutionierte. Nach dem alten Gesetz hatte der Mann das Recht gehabt, über das in die Ehe eingebrachte Vermögen der Frau zu entscheiden. Auch konnte die Frau nur dann eine Berufstätigkeit ausüben, wenn der Ehemann zustimmte. In allen Angelegenheiten besaß er ein „Letztentscheidungsrecht“. Dazu zwei Artikel in der taz:

http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/ich-tarzan-du-jane/

http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/als-der-mann-noch-gottgleich-war/

Fraglich bleibt aber auch heute, nch 50 Jahren, wie viel Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft tatsächlich herrscht. Dass Frauen durchschnittlich rund 25% weniger Lohn bekommen, als Männer für dieselben Leistungen, hat beispielsweise nichts mit Gleichberechtigung zu tun. Junge Frauen profitieren von dem, was ihre Mütter und Großmütter für sie erkämpft haben: das Recht überhaupt zu wählen und gewählt zu werden, gleiche Bildungschancen oder eine bessere rechtliche Situation in Beruf und Partnerschaft. Heute verfolgen junge Frauen selbstbewusst ihre Ziele und stoßen trotzdem dabei wie eh und je an gesellschaftliche Barrieren: etwa wenn es um Führungspositionen oder die Vereinbarkeit von Familie
und Beruf geht.

Zu diesem Thema wurde die 36-jährige Barbara Streidl nach Traunstein eingeladen. Streidl ist Autorin von „Wir Alphamädchen. Warum Feminismus das Leben schöner macht“ und schreibt: „Wir hören häufig, der Feminismus versage auch und vor allem deshalb, weil er die Probleme junger Frauen von heute nicht lösen könne. Auf die Idee, dass der Feminismus einfach nur mal auf den neuesten Stand gebracht werden muss, ist bislang offenbar niemand gekommen.“

Was erwarten Mädchen und junge Frauen von grüner Frauenpolitik? Kämpfen sie weiter für die Forderungen, die schon ihre Mütter gestellt haben oder wollen junge Frauen heute etwas anderes, wenn sie sagen: Ich bin Feministin?

Zusammen mit dem Kreisverband Traunstein und dem Frauenreferat der bayerischen Grünen lade ich Sie und euch ganz herzlich ein zur Lesung aus „Wir Alphamädchen“ und anschließender Diskussion.

Ort: Café Bistro Intreff (Lebenshilfe-Café), Leonrodstr. 4a (500m vom Bahnhof entfernt), Traunstein

Zeit: 12. Juli 2008, 11 – 13 Uhr

Eintritt frei